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Von der Traube zum Wein Gewürztraminer
Andere Weine mögen alle möglichen Besonderheiten im
Geruch und Geschmack aufweisen, das „Gewürz“
jedoch hat der Gewürztraminer allein. Und natürlich
schon in der Traube, und von dort weg geht es darum, diese Spezialität
nicht nur zu erhalten, sondern im Wein noch zu potenzieren.
So einfach wie es scheint, ist es jedoch nicht. Das spielt
schon einmal der Jahrgang eine Rolle. Heiße Sommer sind
dem Gewürztraminer nicht sehr gewogen, denn die Säure
wird in den Trauben stark veratmet und der Wein kann dann
zu mastig, mit zu aufdringlichem Bukett und Körper und
zu wenig Säure, die ihm Frische verleihen soll, geraten.
Hier hilft nur eine frühe Ernte. Höhere Lagen sind
in solchen Jahrgängen begünstigt, sie reifen normal,
d.h. harmonisch ab, mit genügend Säure und genügend
Zucker. Aber in Jahrgängen mit zu wenig Sonne sind die
tieferen Lagen im Vorteil.
Nicht umsonst wird die Traube auch roter Traminer genannt,
denn zum Unterschied von vielen anderen Weißweintrauben
ist die Beere nicht grün oder gelblich, sondern rötlich
gefärbt.
Nun muss der Kellermeister die Trauben vorsichtig behandeln,
damit der rote Farbstoff nicht in die Flüssigkeit übergeht,
denn es ist nun einmal Tradition und Brauch, dass die Farbe
der Weißweine möglichst grün-gelb sein soll.
Nach der Kelterung ist eine langsame, aber kontinuierliche
Gärung von Wichtigkeit, die möglichst nicht in den
biologischen Säureabbau übergehen soll, um die Säure
und damit die Lebendigkeit des Weines zu erhalten. Dies ist
wieder ein Unterschied zu vielen anderen Weißweinen,
deren Säure ohne weiteres einen Abfall vertragen kann,
im Gegenteil sogar oft erfordert.
Sind alle diese Einzelheiten zur Zufriedenheit vonstatten
gegangen, so wird auch der Wein geworden sein, wie er sein
soll: Grünlich-gelb in der Farbe, frisch lebendig im
Geruch, ausgeprägt in seiner ihm eigenen aromatischen
Art, harmonisch, und in seiner Zusammensetzung ausgewogen
und immer deutlich aromatisch im Geschmack.
(B. Weger)
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